Typedesign

Für viele Kreative ist Schriftdesign eher ein notwendiges Übel, für andere der Heilige Gral der Gestaltung. Den meisten Kollegen bleibt Typedesign aber ein Buch mit sieben Siegeln. Das ist in gewisser Weise verständlich, denn tatsächlich ist das technische Know-How im Schriftdesign von erheblicher Wichtigkeit und alles andere als einfach zu lernen. Die Möglichkeiten, die sich erschließen, wenn man die technischen Grundlagen und den Umgang mit beliebigen Schriftdesignprogrammen gelernt hat, sind allerdings enorm.

So war ich, als ich im Zuge eines Wersatz-Auftrages, auf ein altes Filmplakat aus den 50er Jahren stieß sofort fasziniert von der Typo, die auf einem der Plakate verwandt wurden. Obwohl ich in meinem Leben tausende und abertausende Schnitte und Schriften gesehen habe, war mir bis dahin diese Schrift noch nicht untergekommen. Bloß gab es kein Alphabeth, sondern nur ein knappes Dutzend Lettern, Großbuchstaben sogar nur zwei. Basierend auf diesen wenigen Lettern habe ich die Schrift »Luminol« gestaltet, die ich bis heute gern in Gestaltungen einsetze, die einen Vintage-Touch brauchen oder wirklich nach Retro aussehen sollen.

Das andere oft erlebte Szenario ist, wenn ein Kunde eine bestimmte, meist kostenlose, Sharewareschrift unbedingt benutzen will, die Schrift aber keine Umlaute oder typisch deutsche Zeichen wie das »ß« enthält, der Schriftgestalter aber nicht mehr zu ermitteln ist oder sich aus der Schriftentwicklung zurückgezogen hat. Kennt man sich etwas mit Programmen wie FontStudio, Fontographer oder Glyphs aus, hat dieses Szenario blitzschnell seinen Schrecken verloren, denn die fehlenden Zeichen lassen sich schnell ergänzen.

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