Narrative Illustration

»Ein verlorener Tag« Illustration von Hanspeter Ludwig

Sind Illustrationen nicht immer erzählerisch? Eindeutig nein. Die überwiegende Mehrzahl an Illustrationen heutzutage werden als Dekorationen für Texte eingesetzt oder zur Wissensvermittlung. Beide Richtungen sind wichtig und besonders im wissenschaftlichen Bereich zeigen Illustrationen meist deutlich genauer das Objekt des Interesses als Fotos. Im Gegensatz dazu besteht der Zweck von narrativen Illustrationen, eine Szene, eine Geschichte oder ein Vorkommnis, zu verbildlichen.

Eine gute erzählende Illustration ist eine Momentaufnahme auf einer Zeitleiste, dessen Anfang in dem Bild allenfalls angedeutet wird und dessen Fortsetzung im Kopf des Betrachters entstehen soll. Eine gute narrative Illustration funktioniert oft wie ein Cliffhanger, ein Spannungshöhepunkt, der zum Weiterlesen anregen soll oder wie im Fall von Coverillustrationen von Büchern oder Comics und Graphic Novels, den Käufer ansprechen, den Band zu kaufen.

Narrative Illustrationen können sogar ohne Storykontext eigene Geschichten oder Welten entwerfen. Einige meiner hier gezeigten Arbeiten sind komplett ohne Hintergrundgeschichte entstanden und sollten einfach eine dramatische Szene abbilden, die den Betrachter dazu verführt, sich selbst den Verlauf der Geschichte auszudenken.

Dadurch erscheint mir besonders die narrative Illustration ein wunderbares Mittel zu sein, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu ziehen und die dann, auch in der Werbung, einzusetzen. Richtig gemacht muss das so beworbene Produkt nicht einmal etwas mit Literatur oder Comics zu tun zu haben, denn eine Geschichte kann sich letztendlich um jedes Produkt drehen, vorausgesetzt der Zeichner oder Autor hat die Fantasie einen Zusammenhang logisch und organisch zu entwerfen.

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